Wie Jan Ullrich mir half, meinem Mobbing zu entfliehen:
Stell dir vor, du bist 12 Jahre alt. Du sitzt vor dem Fernseher, die Beine angewinkelt, das Gesicht
so nah am Bildschirm, dass du fast mit ihm verschmilzt. Die Kamera fliegt über die Pyrenäen,
begleitet von einer Stimme, die von Heldentaten erzählt. Du schaust die Tour de France. Jan
Ullrich tritt, schneller und schneller. Der Schweiß perlt von seiner Stirn, seine Beine sind
Maschinen, er wird nicht langsamer. "Angriff!", ruft der Kommentator. Dein Herz schlägt schneller.
Du spürst es. Diese Energie. Diese Begeisterung.
Ich bin dieser Junge. Ein Außenseiter in der Schule. Immer der Fünfte am Vierertisch, immer das
letzte Puzzleteil, das nirgendwo hineinpasst. Eines Tages suche ich den richtigen Klassenraum
und ein Klassenkamerad fragt: „Was suchst du? Freunde?“ Ich wurde in der Schule belächelt,
ignoriert und als Schwuchtel beschimpft. Nur einer sah mich: Jan Ullrich, durch den Fernseher
hindurch. Ich hatte irgendwoher ein Teamfoto vom Team Telekom herbekommen und an mein Bett
gehängt. Jeden Morgen war er da. Ein Versprechen in Magenta und Gelb.
Aber selbst Radrennen fahren? Nein. Meine Eltern verboten es als ich 13 war. "Zu gefährlich",
sagten sie. "Kein vernünftiger Sport." Ich ging in mein Zimmer, zog die Decke über den Kopf und
dachte: "Dann eben nicht." Aber das Feuer war nicht zu löschen. Mit 15 kaufte ich mir von
meinem eigenen Geld ein Rennrad. Ein rotes Stahlrad mit Rahmenschaltung. Es war alt, aber es
war meins. Es war mein Anfang.
Ich rief beim örtlichen Radsportverein an. "Kann ich mitmachen?“ "Natürlich", sagt eine Stimme
am anderen Ende. Das erste Mal fühle ich mich willkommen. Die ersten Rennen zeigen mir, wie
hart dieser Sport wirklich ist. Doch die Begeisterung für mein Fahrrad war meine Freiheit. Jeden
Nachmittag wollte ich nach der Schule schnell nach Hause, um Rennrad zu fahren. Ich trainierte
aus Begeisterung, nicht weil ich musste. Ich fuhr Radrennen. Bundesliga, deutsche
Meisterschaften und internationale Rundfahrten. Einmal sogar ein Rennen mit Jan Ullrich und saß
abends im Hotel heimlich auf seinem Fahrrad.
Jahre später, als das Leben weiterging, blieb die Begeisterung. Ich wurde kein Radprofi, aber ich
wurde Unternehmer, Fahrradkurier, Buchhändler und Storytelling-Experte. Ich fand meinen Weg
und mein größtes Talent: andere Menschen für etwas zu begeistern. Ich begeisterte Menschen für
meinen Fahrradkurier, für meine Buchläden und jetzt für Storytelling. Begeisterung hat mich nie
losgelassen. Es ist mein Lebenselixier. Es ist mein Leitmotiv.
Es war schon immer da, doch benennen kann ich es erst, seit ich mich mit Storytelling
auseinandersetze. Seit ich für meine Kunden DIE STORY schreibe, die sie zu dem Unternehmer
gemacht hat, der sie sind. Es sind Geschichten über Freundschaft, Hilfsbereitschaft,
Schickalsschläge, bedingungslose Liebe oder eben Begeisterung.
Was bewegt dich wirklich oder was ist deine Leitstory? Welche ist DIE STORY, die dich zu dem
Menschen gemacht hat, der du bist? Genau darin liegt deine große Stärke. Wenn dir deine eigene
Geschichte bewusst wird, du sie annimmst und jeden Tag authentisch lebst, werden Menschen
von ganz allein auf dich aufmerksam. Kunden und Mitarbeiter spüren, dass du mit dem Herzen
handelst und du für das brennst was du tust. Sie möchten nicht nur ein Produkt oder eine
Dienstleistung kaufen, sie möchten dich Menschen dahinter kennenlernen, deine Werte, deine
Erfahrung und deine Begeisterung.
Wir finden deine Leitstory. Sie macht dich einzigartig und berührt Menschen!
Lebe DIE STORY!
